Glaube-Heimat-Sitte// Asbeck- ein starkes Stück Gemeinschaft!

Zur Geschichte des Bürgerschützenvereins Asbeck 1628 e.V.

Bürgerschützenverein Asbeck

-Eine über 375jährige Geschichte-


Über die Anfänge der Ältereren Schützengesellschaften, auch hier in Asbeck, liegen keine zuverlässigen Nachrichten vor, wie ja überhaupt der Ursprung des Westfälischen Schützenwesens im Dunkeln liegt.

Urkunden, sogar eherne, haben wir von den Asbecker Schützen erstmalig in Form der Schilder an der Königskette. Diese bilden eine lebendige Chronik und zeichnen uns ein komplettes Bild mit Daten und Namen. Sie beginnt 1628 in der zweiten Phase des 30 jährigen Krieges, da der tolle Christian von Braunschweig von Tilly, dem kaiserlichen Feldherrn, durch das Hochstift Münster gehetzt wird.

Überall entstanden nun die Gesellschaften der Schützen, die jetzt von den Feudalherren an Ihre Vergangenheit erinnert wurden. Sie waren es nun, die diesen Schützen, wie man hier so schön sagt, wieder auf die Beine halfen. In Asbeck 1628, aufgerufen durch den Burgherrn von Tork. Er war es, der die Königskette stiftete. Eine der ältesten und schönsten Ketten des Münsterlandes.

Doch nehmen wir die altehrwürdige Kette aus dem Jahre 1628 zur Hand. Sie erzählt 375 Jahre Asbecker Geschichte. Ihre Blätter sind Königsschilder aus Silber und reden ihre eigene Sprache. Hier sind Namen verzeichnet, über 300 Jahre alt, die heute noch existent sind.
Und diese Kette wurde im Jahre 1882 durch den hiesigen Pfarrgeistlichen Weining, im Einverständnis mit einigen Bürgern, für 80 Mark an den Goldschmied Balzer in Münster verkauft. Man kaufte dafür eine Fahne für die Junggesellensolidarität. Der Goldschmied hat die Kette dann wegen ihres Altertumswertes dem Landesmuseum zur Verfügung gestellt. Wie wir aus der Chronik wissen, ist es nur diesem Zufall zu verdanken, dass die alte Kette dort für die Asbecker wieder entdeckt wurde.

Ein volles Einverständnis aller Bürger hat der Verkauf der Kette, trotz gegenteiliger Behauptung, niemals haben können. Der Beweis dafür ist darin gegeben, dass von 42 Schildern nur 28 an der Kette geblieben sind. Die übrigen 14 Schilder haben die vormals rechtmäßigen Besitzer, deren Namen ja darin eingraviert sind, der Kette wohl aus Protest entnommen. Sie haben diese wieder in ihren Besitz genommen.

Als dann in den Jahren um 1850 die Schützenvereine wieder auflebten, auch hier in Asbeck, da feierte man im Jahr 1862 das erste Schützenfest nach den napoleonischen Kriegen. Man hatte einen Bürgerschützenverein gegründet. Die Junggesellen aber gliederten sich in zwei Abteilungen, der Verein der Fretthölter und der Dörfler. Grund der Uneinigkeit war wohl der Kampf um die Priorität.

Dann im Jahr 1911 erfolgte der große Brückenschlag. Burg und Stift, Dorf und Frettholt
Zogen nun an einem Strang. Sie gründeten zusammen den Junggesellen Schützenverein Asbeck, welches im Jahr 1925 auch ganz offiziel wurde. Sie feierten nach über 100 Jahren wieder das Asbecker Junggesellenschützenfest. Bis dann der Zweite Weltkrieg wieder eine Lücke in die Kette der Festfolge riss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg feierten die Schützen in Asbeck im Jahre 1953 ihr 325jähriges Jubiläum. Im Jahr 1978 gab es bei dem Jubiläumsfest für Asbeck eine Neuheit, ein Kaiserschießen wurde durchgeführt. Da haben alle noch lebenden Könige auf den Vogel geschossen, um aus ihren Reihen einen Kaiser zu ermitteln. Dabei waren sich alle dessen bewusst, dass sie für eine Reihe von 88 Königen seit dem Jahr 1628 geschossen haben. Soweit wie sie aufgeführt sind in der Ehrentafel der Asbecker Schützen.

Nach einem fairen und ehrenhaften Kampf gelang es dem Schützenkönig aus dem Jahre 1972, Josef Kröger, die 1. Kaiserwürde in der Geschichte der Asbecker Schützen zu erringen. Als Kaiserin stand ihm seine damalige Königin Mathilde Breuer zur Seite. Im Jahr 2000 erhielten wir nach mehrmaliger Anfrage an das Landesmuseum in Münster, die Möglichkeit von der alten Königskette einen Abdruck des silbernen Vogels am unteren Ende der alten Königskette zu machen. Diese wurde natürlich genutzt und eine Replik des alten Vogels für unseren Verein erstellt. Kaiser Josef Kröger erhielt zum Schützenfest 2000 den neuen(alten)“ Vogel als Kaiserkette überreicht.

Im Jahre 2003, dem des 375jährigen Vereinsjubiläum, welches zusammen mit dem 75jährigen Jubiläum des Musikvereins Asbeck groß gefeiert wurde, gelang es dann beim zweiten Asbecker Kaiserschiessen, Franz Sicking die Reste des Vogels von der Stange zu holen und von seinem Vorgänger Josef Kröger die Vogelkette überreicht zu kriegen. Zur Kaiserin an seiner Seite erkor er sich seine Ehefrau Elfriede Sicking. Das Jubiläum zusammen mit dem Musikverein wurde mit einem riesigen, vorher in Asbeck noch nie dagewesenen Festumzug gebührend gefeiert.